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Detailaufnahme eines Logo-Würfels der dpp auf dem European Broadcast Summit 2026
EBS 2026 in Lille

European Broadcaster Summit 2026: Ist lineares Fernsehen bald passé?

Der European Broadcaster Summit 2026 versammelte vor kurzem die Entscheider:innen, Innovationsmanager:innen und CTOs der wichtigsten TV- und Streaming-Plattformen Europas im französischen Lille. Mit dabei: Simon Sturzenegger, Head of Technology beim MTH Potsdam.  Für uns hat er sich vor Ort mit ein paar der wichtigsten Akteure ausgetauscht.

Welche Chancen und Herausforderungen in Zukunft auf die Medienbranche zukommen, hat Simon für uns festgehalten:

Agility vs Integration

Der Markt konsolidiert sich. Kleinere, agile Player werden seltener, große Schwergewichte bleiben. Expert:innen erwarten in den nächsten Jahren eine Verstärkung dieser Entwicklung. Inwiefern in den großen Unternehmen noch Mut zur Innovation bestehen bleibt, wird sich zeigen.

Digital First: Der Weg bleibt steinig

YouTube dominiert das Konsumverhalten junger Menschen. An zweiter Stelle stehen Streaming-Plattformen wie Netflix, Amazon und Co. Und nicht erst seit gestern haben sowohl private als auch öffentlich-rechtliche Sendeanstalten Probleme, sich dieser Entwicklung anzupassen. Der Markt bewegt sich rasant, die Gefahr den Anschluss zu verlieren, steigt. Trotzdem bleibt das klare Ziel aller Player die Ausgestaltung der eigenen Streaming- und Digitalangebote inklusive der Verticals. Dass das klassisch lineare Geschäft auch bedient werden muss, macht die Situation nicht einfacher. 

Tendenz zum Overengineering

Zulieferer beklagen häufiger den Hang klassischer Sendeanstalten zum „Overengineering“. Prozesse werden unnötig verkompliziert, ein Vertrauensverhältnis fehlt in vielen Fällen. Die beim EBS 2026 anwesenden Vertreter:nnen haben dieses Problem bestätigt. Gleichzeitig gibt es Zulieferer auf dem ProAV Markt, die das offene Mind-Set der dortigen Kunden loben und sich selbiges , dass mehr Broadcast-Kunden wünschen.

Lokale Produktionen haben Auftrieb

Netflix gilt hier als Paradebeispiel: Rund 70% des EMEA Contents wurde außerhalb der sonst üblichen großen Production Hubs gedreht und lokaler Content kommt bei den Zuschauer:innen weltweit gut an. Auch die Sender sehen das und führen ihre Strategien entsprechend fort. Führend in diesem Bereich sind die nordischen Länder, deren Content bei der dortigen Bevölkerung viel Anklang findet. 

Kosteneffizienz wichtiger als je zuvor

Alle Broadcaster – besonders die öffentlich rechtlichen – stehen unter steigendem Kostendruck und müssen in den nächsten Jahren hohe Summen einsparen. Gleichzeitig werden jedoch hohe Investitionen in die eigenen Streaming-Angebote notwendig, um weiterhin gegen YouTube, Netflix und Co bestehen zu können wettbewerbsfähig – ein durchaus schwieriger Spagat.